Arkham Horror Remastered startet die Vault Series
Fantasy Flight Games (Asmodee) hat auf der PAX Unplugged mit Arkham Horror Remastered eine Deluxe-Neuauflage des kooperativen Cthulhu-Klassikers angekündigt und macht den Titel zum Auftakt einer neuen Reihe. Der Haken für alle, die jetzt zum Portemonnaie greifen wollen: Es gibt bislang nur eine Prelaunch-Seite auf Gamefound, auf der man sich für eine Benachrichtigung eintragen kann. Live-Zahlen, Preise oder ein festes Startdatum existieren noch nicht.
Welche Arkham-Horror-Edition kehrt zurück?
Wichtig zur Einordnung, weil der Name schnell für Verwirrung sorgt: Remastered wird die zweite Edition von Arkham Horror, die Fantasy Flight 2005 herausbrachte. Das ist ausdrücklich nicht die schlankere dritte Edition von 2018 und auch nicht das bekannte Kartenspiel Arkham Horror: Das Kartenspiel (LCG). Die Designgeschichte reicht weiter zurück: Das Grundspiel stammt ursprünglich von Richard Launius (1987 bei Chaosium), die 2005er Fassung entwickelte Kevin Wilson gemeinsam mit Launius. Wer für das Remaster die kreative Leitung übernimmt, nennt Fantasy Flight bisher nicht.
Die Vault Series von Fantasy Flight
Das Remaster ist die erste Kampagne einer neuen Reihe namens Vault Series. Ihr Prinzip: vergriffene Titel aus dem eigenen Backkatalog zurückholen und die Neuauflagen per Crowdfunding finanzieren. Fantasy Flight betont, dass die Reihe auf Brettspiele zielt, nicht auf Neudrucke der Kartenspiel-Linien. Die Crowdfunding-Kampagne wird für Oktober 2026 auf Gamefound erwartet, wo zuletzt etwa Dino Battle um Unterstützer warb.
Was das Spiel tut
Im Kern bleibt Arkham Horror ein kooperatives Abenteuerspiel im Cthulhu-Mythos nach H. P. Lovecraft. Man schreibt das Jahr 1926, Schauplatz ist die fiktive Neuenglandstadt Arkham. Ein bis acht Ermittler versuchen gemeinsam, die Tore zu anderen Dimensionen zu schließen und die dadurch auftauchenden Monster zu bekämpfen, bevor einer der Großen Alten erwacht. Öffnen sich zu viele Tore, erwacht der Große Alte, und den Ermittlern bleibt nur noch ein letzter Kampf. Gespielt wird mit Würfelproben: variable Charakterfähigkeiten, gesammelte Ausrüstung, Zauber und Verbündete verbessern die Chancen. Das ist klassisches Ameritrash-Design, thematisch dicht und mechanisch schwer, kein schlankes Kennerspiel. Wie sich dichter Mythos-Horror am Tisch anfühlt, zeigt auch unser Test zu Villen des Wahnsinns.
Was am Remaster neu wird
Laut Ankündigung setzt Fantasy Flight vor allem auf Aufwertung statt Neuerfindung: Deluxe-Komponenten, neue Illustrationen und Grafik, überarbeitete und aufgeräumte Regeln sowie Quality-of-Life-Verbesserungen. Dazu kommen neue Gameplay-Elemente und komplett neue Tableaus, sowohl für die Ermittler als auch für die Großen Alten. Die Komponenten-Aufwertung soll sich über die gesamte Produktlinie inklusive der Erweiterungen ziehen. Der genaue Umfang der neuen Gameplay-Elemente ist öffentlich noch nicht beschrieben, hier bleibt Fantasy Flight bislang vage.
Eckdaten zur zweiten Edition (BGG-ID 15987)
Alle Werte beziehen sich auf die zweite Edition (BGG-Eintrag):
| Spielerzahl | 1 bis 8 (BGG-Community-Bestwert: 4) |
| Spieldauer | 120 bis 240 Minuten (rund 2 bis 4 Stunden) |
| Alter | ab 14 Jahren |
| Komplexität | 3,59 von 5 (gehobenes Kennerspiel-Niveau) |
| BGG-Schnitt | 7,24 bei rund 40.500 Bewertungen (Thematic-Rank 163) |
| Design | Richard Launius, Kevin Wilson |
Zum Solo-Spiel: Die zweite Edition ist offiziell ab einem Spieler spielbar und rein kooperativ, man steuert dann mehrere Ermittler selbst. Einen eigens für das Remaster kommunizierten, dedizierten Solo-Modus gibt es bisher nicht, dazu schweigt die Ankündigung.
Was noch offen ist
Weil erst eine Prelaunch-Seite existiert, sind zentrale Punkte ungeklärt: Preis, konkrete Pledge-Stufen, das finale Startdatum, der Auslieferungszeitraum und der genaue Umfang der neuen Gameplay-Elemente sind öffentlich noch nicht bekannt. Auch Stretch-Goals sind bislang nicht kommuniziert. Für den DACH-Raum besonders relevant: Eine deutschsprachige Ausgabe ist nicht bestätigt. Die 2005er Fassung erschien seinerzeit unter anderem bei Heidelberger auf Deutsch, eine Zusage für dieses Remaster ist das aber nicht.
Für wen ist das interessant?
Vor allem für Mythos- und Ameritrash-Fans, die das Original schätzen, sowie für alle, die den Klassiker nie im Regal hatten und jetzt auf moderne Komponenten hoffen. Wer den Lovecraft-Kosmos per Crowdfunding verfolgt, findet mit The 30s auf Gamefound aktuell einen thematisch verwandten Koop-Titel im Lovecraft-Umfeld. Redlich bleibt die Frage, wie sich ein Design von 2005 im Jahr 2026 neben der strafferen dritten Edition und dem thematisch verwandten Eldritch Horror behauptet. Die Antwort hängt daran, wie substanziell die neuen Gameplay-Elemente ausfallen, und genau das wird sich erst zeigen, wenn die Kampagne im Oktober tatsächlich Zahlen und Details liefert.