Asmodee erzielt Rekordquartal trotz schwacher US-Zahlen
Asmodee hat im letzten Quartal 2025 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt. Der Brettspielkonzern erzielte zwischen Oktober und Dezember Nettoerlöse von 524 Millionen Euro, ein Plus von 22,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch den Vertrieb von Trading Card Games in Europa.
Starkes Europa, schwaches US-Geschäft
Der Umsatz mit Produkten, die Asmodee für andere Unternehmen vertreibt, stieg im Quartal um mehr als 50 Prozent. Gleichzeitig gingen die Erlöse mit eigenen Titeln um fast 13 Prozent zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang in den USA aus, wo die Nettoerlöse um 23 Prozent auf 70,4 Millionen Euro sanken.
Damit rutschten die USA hinter Frankreich und Großbritannien. Frankreich legte um 47 Prozent auf über 111 Millionen Euro zu, Großbritannien wuchs um 41 Prozent auf 82,7 Millionen Euro. In den beiden Vorjahren hatten die USA das Quartalsranking noch angeführt.
CEO Thomas Koegler nannte erfolgreiche TCG-Veröffentlichungen bei Pokémon, Magic: The Gathering und One Piece als Haupttreiber für das Rekordergebnis. Den US-Rückgang führte er auf geringere Einkaufsmengen großer Einzelhändler zurück, während die Nachfrage bei Endkunden stabil geblieben sei. Ungünstige Wechselkurse und eine Normalisierung der Verkäufe von Star Wars Unlimited nach dem starken Startjahr 2024 hätten ebenfalls belastet.
Im Weihnachtsquartal seien vor allem Produkte im niedrigeren Preissegment gefragt gewesen. Asmodee habe mit Exploding Kittens starkes Wachstum erzielt, bei teureren Produkten dagegen Gegenwind gespürt. Koegler ordnete die Schwäche gelassen ein: Das Portfolio sei breit aufgestellt, und die Probleme beschränkten sich auf den US-Markt.
Neue Titel und Übernahmen
Für die kommenden Monate stellte Koegler mehrere Neuheiten in Aussicht. Darunter ein LEGO-Spiel zur Ninjago-Reihe, Azul Kids, Dino Picnic, neue Sets für Star Wars Unlimited und eine überarbeitete Version von Ticket to Ride Europe. Außerdem verwies er auf Kooperationen mit Netflix rund um Catan und Ticket to Ride, die Markenbekanntheit und Sichtbarkeit steigern sollen.
Parallel treibt Asmodee seine Übernahmestrategie weiter voran. Im Quartalsabschluss wurde der Kauf der IP Sheriff of Nottingham von CMON bekannt gegeben. Es ist bereits die dritte IP-Übernahme von CMON innerhalb von acht Monaten. Den Anfang hatte im Juni 2024 die Flaggschiff-Marke Zombicide gemacht, die seit 2012 über Kickstarter mehr als 40 Millionen US-Dollar eingesammelt hatte.
Auf die Frage, ob auch größere Übernahmen geplant seien, antwortete Koegler zurückhaltend. Die Aktivität in der Pipeline entspreche dem Plan. Kleinere Zukäufe und IP-Deals ließen sich schlicht schneller umsetzen.