Clash of Clans Brettspiel: Pegasus bringt es auf Deutsch
Der Mobile-Hit landet auf dem Wohnzimmertisch: Pegasus Spiele bringt das Clash-of-Clans-Brettspiel als deutsche Ausgabe in den Handel, voraussichtlich ab Oktober 2026 für 59,99 Euro. Das Brettspiel zum weltweit erfolgreichen Handygame von Supercell setzt auf Dorfaufbau und Würfelkampf, und hinter dem Design steht ein prominentes Duo.
Clash of Clans als Brettspiel: Aufbau und Würfelkampf
Im Kern ist "Der epische Überfall" ein Aufbauspiel mit direkter Konfrontation. Sie errichten Ihr eigenes Dorf, bauen Verteidigungsanlagen und bilden Einheiten aus. Anschließend ziehen Sie mit Angriffs- und Verteidigungswürfeln gegen die Gebäude Ihrer Mitspieler zu Felde. Zerstörte Strukturen bringen Punkte, Ressourcen und Boni, die Sie wieder in den eigenen Ausbau stecken. So entsteht die typische Aufwärtsspirale eines Engine-Builders: Wer früh gut wirtschaftet, schlägt später härter zu.
Das Spielende wird ausgelöst, sobald mindestens ein Spieler 40 Sterne erreicht hat. Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Sterne und damit Siegpunkte vorweist. Mechanisch mischt das Spiel laut BoardGameGeek mehrere bekannte Bausteine: Würfeln für die Kampfauslösung, Worker Placement für den Einsatz der Einheiten, Plättchen-Auslage für den Dorfbau sowie Action Drafting und Verkettungseffekte (Chaining). BoardGameGeek führt das Spiel unter den Kategorien Stadtaufbau, Fantasy, Kampf, Humor und Videospiel-Thema. Das Gewicht (Komplexität) liegt dort bislang bei moderaten 2,0 von 5.
Der Karton ist gut gefüllt: 1 Spielplan, 4 Clanburgpläne, 54 Gebäude-Plättchen, 18 Einheiten-Plättchen, 71 Aufsteller, 41 Standfüße, 167 diverse Plättchen, 7 Würfel, 1 bemalte Miniatur und eine Anleitung. Der Anteil an Aufstellern und Plättchen deutet auf viel Material am Tisch hin, die einzelne bemalte Miniatur bleibt eher ein Blickfang als ein Systembestandteil.
Ein Design-Duo mit Zugkraft
Als Autoren nennt BoardGameGeek Eric M. Lang und Ken Gruhl. Vor allem Lang ist ein Name, der Aufmerksamkeit erzeugt: Von ihm stammen Schwergewichte wie Blood Rage, Rising Sun, Ankh und das zugänglichere Marvel United. Diese Herkunft ist ein Signal, kein Gütesiegel. Ein bekannter Designer garantiert kein gutes Spiel, macht aber neugierig, wie viel Konfliktmechanik und Timing in einer Marke stecken, die viele nur vom Smartphone kennen.
Deutsche Eckdaten und eine Altersfrage
Für den deutschen Markt sind die Angaben klar:
- Spieleranzahl: 2 bis 4
- Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
- Alter: ab 10 Jahren (Pegasus, deutsche Ausgabe; BGG-Original 12+)
- Preis: 59,99 Euro
- Erscheint: voraussichtlich Oktober 2026
- Autoren: Eric M. Lang, Ken Gruhl
Pegasus gibt das Alter mit "ab 10 Jahren" an, und diese Angabe gilt für die deutsche Ausgabe. BoardGameGeek führt für die internationale Originalausgabe abweichend 12+. Maßgeblich für den deutschen Handel ist die Pegasus-Angabe ab 10.
Einen Solo-Modus weist die deutsche Ausgabe nicht aus. Die Pegasus-Box nennt ausdrücklich 2 bis 4 Spielende, ein offizieller Ein-Personen-Modus ist nicht dokumentiert. Wer allein spielen möchte, findet hier also zunächst kein verbrieftes Angebot.
Das Spiel stammt ursprünglich aus einer Kickstarter-Kampagne von Maestro Media aus dem Jahr 2025, umgesetzt in Kooperation mit Supercell und international unter anderem mit ADC Blackfire und Cranio Creations, wie schon bei der Brettspiel-Umsetzung von Cult of the Lamb. Angekündigt sind bereits zwei Erweiterungen, die Clan Wars Expansion und die Dark Elixir Expansion, sowie eine Collector's Edition. Ob und wann diese auf Deutsch erscheinen, ist noch offen.
Für wen lohnt sich das?
Hier lohnt ein ehrlicher Blick, denn die Signale ziehen in zwei Richtungen. Pegasus Spiele rubriziert den Titel eingängig über die bekannte Handymarke und ein Alter ab 10, was nach Familienspiel klingt. Design-Duo, 60 bis 90 Minuten Spielzeit und der Kickstarter-Ursprung deuten dagegen eher auf ein ambitionierteres Familien- bis Kennerspiel. Realistisch dürfte "Der epische Überfall" am besten in Runden funktionieren, die direkte Konfrontation mögen und bereit sind, eine gute Stunde in Aufbau und Angriff zu investieren.
Eine Einordnung zur Spielzeit gehört dazu: Die 60 bis 90 Minuten des Verlags beschreiben eine eingespielte Runde. Wie lange eine Erstpartie mitsamt Regelaufbau dauert, ist nicht dokumentiert, und bei Engine-Buildern fallen erste Partien erfahrungsgemäß länger aus. Wer das Spiel zum ersten Mal auf den Tisch bringt, sollte also lieber etwas mehr Zeit einplanen.
Fans des Handyspiels bekommen das vertraute Thema, sollten aber wissen, dass ein Brettspiel mit Würfelduellen und Punktewertung anders tickt als das Dauer-Aufbauspiel auf dem Smartphone. Offen bleibt außerdem, wie viel Abwechslung das Basisspiel allein über viele Partien trägt: Ob dafür schon genug Variabilität in der Box steckt oder ob die angekündigten Erweiterungen diese Rolle übernehmen sollen, ist vor Erscheinen nicht belegt, und der Verlag äußert sich dazu bislang nicht.
Für deutsche Spielerinnen und Spieler ist vor allem interessant, dass die lokalisierte Ausgabe hierzulande regulär im Handel erscheint, mit deutscher Anleitung und festem Preis. Bis Oktober 2026 bleibt Zeit, die Erwartungen zu sortieren: Die Marke ist riesig, das Design verspricht Substanz, und ob beides zusammenpasst, zeigt erst der Tisch.