Trinket Trove: deutsches Sammelspiel auf der Spieleschmiede
Mirakulus bringt Trinket Trove auf Deutsch zur Spieleschmiede: leichtes Kartenspiel mit Bietphase und Set-Wertung für 2 bis 6 ab 10 Jahren.
Mirakulus holt „Trinket Trove“ über die Spieleschmiede in einer deutschen Version nach Hause: ein leichtgewichtiges Kartenspiel, in dem niedliche Sammler unter den Dielen kleine Schätze horten. Hinter der zuckersüßen Optik steckt eine kompakte Mischung aus offenem Drafting, einer Bietphase um die Zugreihenfolge und einer Set-Wertung, die in rund 30 Minuten überraschend viele Entscheidungen verlangt.
Auf einen Blick: 2 bis 6 Personen · ca. 30 Minuten · ab 10 Jahren · Verlag Mirakulus.
Was du in Trinket Trove spielst
In „Trinket Trove“ spielst du eine kleine Sammlerfigur, die in der verborgenen Welt zwischen den Wänden lebt und glänzende Fundstücke zusammenträgt: Federn, Schlüssel, Murmeln, Muscheln, Edelsteine und mehr. Jeder dieser Schmuckstücktypen liegt als Karte vor, und auf jeder Karte sitzt eine Wertungsleiter. Der Kniff: Je mehr Karten desselben Typs du am Ende besitzt, desto höher klettert ihr Wert auf dieser Leiter. Eine einzelne Feder bringt wenig, ein dicker Stapel Federn dagegen viele Punkte. Genau dieses Hochschaukeln gleichartiger Sammlungen ist der Motor des Spiels.
Du startest mit vier Schmuckstückkarten auf der Hand. Zu Beginn jeder Runde kommen neue Karten offen in die Tischmitte. Reihum bietet ihr dann um die Zugreihenfolge, indem ihr eigene Karten aus der Hand als Gebot offen auslegt. Wer früh dran sein will, legt mehr Karten in den Pott, gibt damit aber Material an die Mitbietenden ab. Anschließend greift ihr reihum zu und nehmt euch Schmuckstücke aus der Auslage, und zwar einschließlich der Karten, die andere als Gebot ausgelegt haben. So wandert jede abgegebene Karte zurück in den Kreislauf und steht den übrigen Sammlern zur Verfügung. Nach fünf oder sechs Runden zählt ihr eure Hand aus, und wer die wertvollsten Sammlungen gehortet hat, gewinnt.
Mechanik: offenes Drafting, Bietphase und Set Collection
Mechanisch verschränkt das drei vertraute Bausteine, die du dir auch ohne Fachbegriffe vorstellen kannst. Aus der offenen Auslage in der Tischmitte suchst du dir Karten aus (offenes Drafting). Wer zuerst zugreifen darf, wird vorher per Karteneinsatz ausgehandelt, deine Handkarten sind also gleichzeitig Spielmaterial und Währung (Versteigerung der Zugreihenfolge). Und am Ende zählt nur, wie sauber du gleichartige Schätze zu Sammlungen gebündelt hast (Set Collection).
Genau hier sitzt auch die Würze: Weil die Gebote der anderen mit auf den Tisch wandern, kann dir jemand kurz vor dem Zugriff genau die Karte wegschnappen, auf die du gerade hinspielst. Das sorgt für ständiges Abwägen zwischen früh zugreifen und Material sparen, kann aber am Familientisch auch mal pieksen, wenn die Lieblingssammlung platzt. Dass „Trinket Trove“ trotz der knuffigen Optik ab zehn Jahren empfohlen wird, passt deshalb gut: Bieten und Timing wollen ein bisschen Übersicht und Pokerface. Auf BoardGameGeek ist das Spiel mit einem Gewicht von rund 1,5 von 5 als ausgesprochen leicht eingestuft. Die runden 30 Minuten sind ein guter Richtwert, in voller Sechserbesetzung dauern die Bietrunden naturgemäß etwas länger.
Mäuse mit Namen: Charaktere und Illustration
Die Sammler sind anthropomorphe Tiere, im Spiel als eigene Charakterkarten mit Namen wie Brisby, Wander, Gouda und Templeton vertreten. Die Illustrationen stammen von Sandara Tang, das Spiel selbst hat Rocco Privetera entworfen. International ist „Trinket Trove“ 2025 bereits über GameHead und Lucky Duck Games erschienen, die deutsche Ausgabe besorgt nun Mirakulus. Thematisch reiht sich der Titel damit neben andere leichte Kartenspiel-Kampagnen auf der Spieleschmiede ein.
Was die Spieleschmiede-Kampagne bietet
Die deutsche Version läuft als aktive Kampagne auf der Spieleschmiede. Den tagesaktuellen Finanzierungsstand findest du direkt auf der Projektseite; zum Zeitpunkt unserer Abfrage standen 42 Unterstützende und rund vier Wochen Restlaufzeit zu Buche.
Die Pledge-Stufen im Überblick
- Feivel (5 Euro): rein digitale Unterstützung, eine „Trinket Trove“-Errungenschaft im Spielernetzwerk, ohne physisches Spiel.
- Trixi (20 Euro): „Trinket Trove“ auf Deutsch plus die „Characters“-Mini-Erweiterung mit sechs zusätzlichen Charakteren.
- Samson (28 Euro): spielinhaltlich identisch zu Trixi, zusätzlich liegen passende Kartenhüllen bei (zweimal „Shield Titan 1“). Der Aufpreis kauft also reinen Komponentenschutz, keinen weiteren Spielinhalt.
Add-ons von Mirakulus
Wer mehr aus dem Hause Mirakulus mitnehmen möchte, kann per Add-on weitere eigenständige Titel dazulegen, darunter „Leylines: Auf mystischen Pfaden“ (47 Euro), das „Helden müssen draußen bleiben: Moderner Dungeon“-Bundle (68 Euro) und „Quest GmbH und Co. KG“ (35 Euro). Diese Add-ons sind separate Spiele und gehören nicht zum „Trinket Trove“-Paket selbst.
Für wen lohnt sich die deutsche Ausgabe?
„Trinket Trove“ zielt klar auf die schnelle, familientaugliche Runde: leichte Regeln, kurze Spielzeit, gute Skalierung bis sechs Personen. Die BoardGameGeek-Community bewertet das Original mit einem soliden Schnitt von 7,5 und sieht es vor allem in größeren Besetzungen stark, weil dann mehr Karten zirkulieren und der Kampf um die begehrten Typen schärfer wird. Wer einen kompakten Absacker mit echtem Sammelreiz sucht und sich an niedlicher Optik nicht stört, sollte die deutsche Ausgabe im Auge behalten. Wenn du danach noch Lust auf mehr hast, lohnt ein Blick auf eine weitere aktuelle Spieleschmiede-Kampagne.