Das verrückte Labyrinth: Dreharbeiten zum Kinofilm fertig

Filmszene aus Das verrückte Labyrinth, zwei Figuren laufen durch einen von Fackeln beleuchteten Steinlabyrinth-Gang

Die Dreharbeiten zur Kinoverfilmung von Das verrückte Labyrinth sind abgeschlossen, am 20. Januar 2028 startet die Abenteuer-Komödie in den deutschen Kinos. Regie führt Peter Thorwarth, bekannt für „Bang Boom Bang“ und die Netflix-Produktion „Blood Red Sky“. Die Verfilmung erscheint passend zum 40. Jubiläum des Ravensburger-Klassikers, der laut BoardGameGeek 1986 erstmals auf den Markt kam.

Wer vor und hinter der Kamera steht

Das Drehbuch stammt von Jakob Grahl, Fabian Carl und David Benke. Vor der Kamera stehen Maja Enger als Lou, Fahri Yardim als Adam und Jessica Schwarz als Sylvia, dazu Erik Sander sowie ein Ensemble um Peter Brownbill, Rúrik Gíslason, Salimou Thiam, Joone Dankou, Uwe Ochsenknecht und Axel Stein. Produziert hat die Münchner SamFilm mit Ewa Karlström, Andreas Ulmke-Smeaton und Bernd Schiller, Constantin Film ist Koproduzent. Gedreht wurde in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern, mit Förderung unter anderem durch den FilmFernsehFonds Bayern und die Film- und Medienstiftung NRW. Die Drehorte in drei Bundesländern und die öffentliche Filmförderung zeigen, dass hinter der vermeintlich leichten Brettspiel-Idee eine reguläre, mehrstufig finanzierte Kinoproduktion steht, kein kleines Nebenprojekt.

Cast und Crew von Das verrückte Labyrinth posieren mit Klappe zum Dreh-Wrap im Steinlabyrinth-Set
Cast und Crew nach der letzten Klappe zu Das verrückte Labyrinth. Bild: © SamFilm/Constantin Film/Tobias Kopp

Vom Brettspiel zur Lebensgröße

Im Original schieben die Spielenden abwechselnd eine lose Wegplatte in ein Gitter aus Gängen und verschieben so laufend den gesamten Irrgarten, während ihre Spielfiguren versuchen, Schätze einzusammeln und zurück zum Start zu gelangen. Genau dieses Prinzip, ein Labyrinth, das sich unter den Füßen ständig verändert, überträgt der Film laut Pressematerial in eine reale Umgebung: Die Münchnerin Lou findet auf einem Flohmarkt eine alte Ausgabe des Spiels, die sich als Schlüssel zu einem echten, sich verschiebenden Irrgarten entpuppt, durch den sie gemeinsam mit Adam navigieren muss.

Das Grundspiel selbst ist längst mehr als ein einzelner Titel: BoardGameGeek listet neben der Ravensburger-Originalausgabe Dutzende lizenzierte Varianten, von Harry Potter über Star Wars und Pokémon bis zu SpongeBob Schwammkopf und Disney, dazu eine Aufnahme in die Dice Tower Hall of Fame, eine von der bekannten Brettspiel-Plattform Dice Tower vergebene Ehrenliste für besonders einflussreiche Spiele. Für die Markenbekanntheit, auf die eine Kinoverfilmung angewiesen ist, dürfte das mindestens so viel beitragen wie die reinen Verkaufszahlen des Ursprungsspiels. Welches Publikum der Verleih mit dem Film konkret anspricht, Familien mit Kindern oder eher ein älteres Komödienpublikum, lässt sich den bisherigen Presseinformationen nicht entnehmen, eine Altersfreigabe steht zwei Jahre vor Kinostart naturgemäß noch nicht fest.

Eckdaten zu Das verrückte Labyrinth

  • Spielerzahl: 2 bis 4
  • Spielzeit: etwa 20 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Designer: Max J. Kobbert
  • Verlag: Ravensburger
  • Erstveröffentlichung: 1986
  • Kinostart der Verfilmung: 20. Januar 2028

Was wir davon halten

Dass ein 40 Jahre altes Legespiel ohne Figurenpersönlichkeiten oder Handlung zur Vorlage für eine Abenteuer-Komödie wird, ist zunächst vor allem ein Markenzeichen-Deal, laut Leadersnet und Viply liegen Vergleiche mit der Jumanji-Reihe nahe. Die kolportierte Zahl von mehr als 30 Millionen verkauften Exemplaren wird in der bisherigen Berichterstattung nur teils als Verlagsangabe gekennzeichnet, eine unabhängige Bestätigung gibt es dafür nicht. Ob aus dem Prinzip des verschiebbaren Irrgartens tatsächlich eine eigenständige Filmgeschichte wird oder nur ein Marketing-Anker für den Titel bleibt, lässt sich vor dem Kinostart 2028 nicht beurteilen. Für uns als Spieleredaktion bleibt davon unabhängig interessant, wie ein reines Mechanik-Spiel ohne eigene Erzählung überhaupt filmtauglich gemacht wird, die bisherige Presseberichterstattung lässt offen, wie eng sich die Handlung am Spielprinzip orientiert oder ob der Name am Ende nur als Aufhänger dient.

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Quellen

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